Frischer Wind auf Lascombes.

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Mit Axel Heinz beginnt auf Château Lascombes ein neues Kapitel. Der ehemalige Direktor und Önologe von Ornellaia hat 2023 die Leitung des traditionsreichen Deuxième Grand Cru Classé in Margaux übernommen. Gemeinsam mit der seit 2022 verantwortlichen Familie Lawrence soll das Château wieder an jene Bedeutung anknüpfen, die es einst zu einem der grossen Namen des Médoc gemacht hat. Dafür wird nicht nur investiert, auch die Ausrichtung der Weine wird neu definiert.

Axel Heinz stellt dabei die historischen Weinberge und ihre unterschiedlichen Parzellen stärker ins Zentrum. Der Château Lascombes 2023 ist der erste Jahrgang, den er vollständig konzipiert und assembliert hat. Cabernet Sauvignon gibt mit 60 Prozent den Ton an, ergänzt durch 37 Prozent Merlot sowie Petit Verdot und Cabernet Franc. Die Trauben stammen aus den historischen Rebflächen des Guts. Deren karge und wasserdurchlässige Böden sollen den Weinen jene Finesse und Ausdruckskraft geben, die Heinz künftig stärker herausarbeiten will. «Ich möchte, dass der Wein direkt von seinem Herkunftsort erzählt», erklärt er.

Ein Unikat im Grossformat, gestaltet von Léone Béguin: La Côte Lascombes 2022 (c) vvWine.ch

Ein besonders interessantes Beispiel dieser neuen Ausrichtung ist La Côte. Die Spezialcuvée stammt aus einer einzelnen Merlotparzelle auf einem kalkhaltigen Lehmboden mit Adern aus blauem Lehm. Hier geht es weniger um die klassische Assemblage von Margaux als um die möglichst eigenständige Interpretation eines einzelnen Terroirs. Die Trauben wurden 2023 zwischen dem 19. und 24. September in mehreren Durchgängen von Hand gelesen und sorgfältig selektioniert. Vergoren wurde durch Infusion, mit einer je nach Verkostung festgelegten Mazerationsdauer von 25 bis 30 Tagen. Der Ausbau erfolgte über 18 bis 20 Monate in Eichenfässern und Amphoren, davon 60 Prozent in neuen Barriques.

La Côte steht damit exemplarisch für den Ansatz, den Heinz in Lascombes verfolgt: weniger die Suche nach einem möglichst opulenten Margaux als die Herausarbeitung der Herkunft und der Eigenart einzelner Parzellen. Bei diesem Wein ist es ausgerechnet der Merlot, der dafür die Bühne bekommt.

Axel Heinz im Weinkeller der Villa Florhof (c) vvWine.ch

Ich durfte de 2023er La Côte Lascombes in der frisch eröffneten Villa Florhof in Zürich verkosten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein Grossformat-Unikat des 2022ers La Côte enthüllt, welches von der Künstlerin Léone Béguin gestaltet worden ist.

2023, La Côte Lascombes, Frankreich, Bordeaux, Margaux (100% Merlot aus einer Parzelle namens La Côte, welche zum Fluss hin geneigt ist und deren kalkhaltige Lehmböden mit Adern von blauem Lehm durchzogen sind. 14% Alkohol) Tiefdunkles Rubinrot; im Duft reiffruchtig und dennoch frisch anmutend, Brombeeren, Waldbeeren, Schwarzkirschen, darüber florale Noten und etwas Kümmelwürze; saftiger Gaumenauftakt, wuchtig, fruchtbetont, markante Tannine, seidig mit der reifen Frucht verwoben, perfekt dosierte Säure, der Wein zeigt Opulenz, bleibt dabei elegant und endet im Finale ausgesprochen langanhaltend mit einer fast schon spicy Würze. Schon jetzt ein Gedicht, mit grossen Reserven. 97 vvPunkte

Einer der besten Merlots des Médoc: La Côte Lascombes 2023 (c) vvWine.ch
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