Servorum 1661

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Seit mehr als 400 Jahren sind die Weinberge am südlichen Ortsrand von Tramin mit dem Servitenorden verbunden. Hier, in einer klimatisch begünstigten Mikrozone mit lehmhaltigen Kalksteinböden, findet Merlot besondere Bedingungen. Die Kellerei Tramin hat das Potenzial dieser historischen Parzellen lange beobachtet und 2022 erstmals einen eigenen Wein daraus gekeltert: den Servorum 1661, welcher zu 93% aus Merlot und zu 7% Cabernet Franc besteht.

Die Heimat des Servorum 1661 sind eindrückliche Hanglagen (c) Cantina Tramin

Kellermeister Willi Stürz verbindet dabei jahrzehntelange Erfahrung mit der Erkenntnis, dass die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre dieser Lage und ihrer Merlot-Rebe neue Möglichkeiten eröffnen.

Die Wahrheit ist im Glas, nicht auf dem Etikett (c) vvWine.ch

Bei der Lancierung des ersten Jahrgangs 2022 Servorum 1661, welcher einigen Presse-Vertretern in Zürich in den Räumlichkeiten von Vergani am Löwenplatz vorgestellt wurde, wagte die Südtiroler Genossenschaft den direkten Vergleich mit einigen international renommierten Merlot-Ikonen. Mutig, habe ich mir gedacht, denn einen neuen Wein in einer Blindprobe gegen andere, teils hochrenommierte Merlot-basierte Gewächse antreten zu lassen, zeugt von ordentlich Selbstvertrauen.

Die Konkurrenten der Blindprobe bei Vergani am Löwenplatz in Zürich (c) vvWine.ch

Der Servorum musste sich bei diesem Vergleich jedoch keineswegs verstecken. Zusammen mit dem Massetino war er einer der beiden bestbewerteten Weinen der Verkostung. Zwar tippte ich blind auf «Neue Welt», denn stilistisch zeigt sich der Wein modern und eher üppig, verbindet seine Konzentration jedoch mit Eleganz und einer Struktur, die für ein hervorragendes Reifepotenzial spricht.

Kurz: der Servorum 1661 ist ein bemerkenswerter Wein, der mit 89 Franken pro Flasche zwar nicht günstig ist, sich in Sachen Qualität aber problemlos auch mit teureren Weinen messen kann. Erhältlich ist der Servorum 1661 ab sofort bei Vergani.

Nachfolgend meine Verkostungsnotizen, die während der Blindprobe entstanden sind. L’Apparita (Kork) und La Fleur-Pétrus (weit entwickelt, oxidativ, eine Flasche, die nicht über alle Zweifel erhaben war) habe ich nicht bewertet.

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