Domaine de la Romanée-Conti 2023.
Es gibt Weinverkostungen, auf die man sich Jahr für Jahr besonders freut. Die Jahrgangsdegustation der Domaine de la Romanée-Conti, organisiert von der Weinhandlung Martel, gehört für mich seit 2013 dazu. Dass ich dieses Erlebnis nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt miterleben darf, ist ein Privileg. Eines, für das ich gerne den geforderten Eintritt bezahle.
130 Gäste, 1500 Zalto-Gläser und ein perfekt organisierter Anlass. Das Martel-Team hat einmal mehr dafür gesorgt, dass sich alles um das Wesentliche dreht: die Weine einer der faszinierendsten Adressen des Burgunds. Wer sich auf eine solche Verkostung einlässt, weiss um die Seltenheit der Flaschen und die aussergewöhnliche Gelegenheit, eine ganze Kollektion im direkten Vergleich zu erleben.

Der Jahrgang 2023 präsentierte sich dabei von einer besonders reizvollen Seite. Die Weine sind ungemein zugänglich und charmant, zugleich verfügen sie über Tiefgang, Struktur und das Potenzial für eine lange Reife. Was mich besonders beeindruckt hat, ist ihre Feinheit und Eleganz. Nichts wirkt überladen oder forciert. Statt Kraft und Konzentration in den Vordergrund zu stellen, überzeugen die Weine durch ihre Balance, ihre Finesse und ihre selbstverständliche Harmonie.
Das macht 2023 für mich zu einem Jahrgang, der in jeder Lebensphase Freude bereiten dürfte. Jung getrunken versprechen die Weine unmittelbaren Genuss durch ihre Offenheit und ihren Charme. Mit zunehmender Reife werden sie weitere Facetten entwickeln und an Komplexität gewinnen. Ihre Struktur gibt ihnen dafür die nötige Grundlage. Ein Jahrgang, der wie der 2017er nicht erst Jahrzehnte im Keller verbringen muss, um seine Qualitäten zu zeigen.

Einmal mehr hat mich die Lage Romanée-Saint-Vivant besonders begeistert. Der Wein aus dieser Lage, welche östlich an Richebourg und die Monopollage Romanée-Conti angrenzt, besitzt eine faszinierende Klarheit und Vertikalität. Die Reben sind inzwischen älter geworden und scheinen zunehmend zu zeigen, welches Potenzial in dieser Parzelle steckt. Was sich vor zehn Jahren erst angedeutet hat, ist mittlerweile Realität geworden: Romanée-Saint-Vivant hat gegenüber Richebourg für mich die Nase vorn.
Die folgenden Notizen sind wie immer Momentaufnahmen. Sie halten fest, was sich mir im Glas gezeigt hat, und können doch nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, was in diesen Weinen steckt. Gerade bei der Domaine de la Romanée-Conti bleibt vieles dem unmittelbaren Zugriff entzogen. Herkunft, Jahrgang und Reife verbinden sich zu einer Komplexität, die sich nicht abschliessend in Worte oder Punkte fassen lässt.




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